Vorsorgeuntersuchung bei der Amish Hebamme

Vor ein paar Wochen durfte ich eine Amish Hebamme hier in der Gegend, in der ich gerade bin in Amerika kennenlernen. Es war eine große Freude sich mit Emma zu unterhalten und mehr darüber zu erfahren wie Amish Frauen ihre Kinder auf die Welt bringen. 

Da Emma stets interessiert ist sich weiterzubilden, hab ich als kleine Erinnerung an unser nettes Treffen das Buch Ina May's Guide to Childbirth (Die selbstbestimmte Geburt von Ina May Gaskin) bestellt und ihr gestern vorbeigebracht. 

angelika_amish

Dadurch, dass die Amish keinen Strom und damit auch kein Telefon/Internet haben, bin ich ohne Anmeldung zu ihrer Farm gefahren. Sie hatte gerade eine Frau zur Vorsorgeuntersuchung bei ihr. Ich hab mich unglaublich gefreut, dass ich zuschauen durfte!! 

Die Mutter ist momentan in der 28. Woche und erwartet ihr 8. Kind. Emma ist seit den letzten 4 Kindern ihre Hebamme. 

Emma hat mit den Händen die Position des Babys ertastet. Dann hat sie mit dem Fetoskop (Stethoskop für Hebammen) die Herztöne geprüft - sie waren gut hörbar. Emma prüft die Herztöne auch zusätzlich mit ihrem "Doppler". Es ist ein Gerät, das Herztöne mittels Ultraschall wahrnimmt. Das Baby hat sofort ordentlich geboxt und ist immer ausgewichen (Ultraschall ist für Babys extrem laut). 

Zum Schluss hat sie noch Eisen gemessen und alles dokumentiert. 

farm

Nach dem Besuch bei Emma bin ich noch ins nahegelegene Krankenhaus gefahren. Man hat mir zwar vorher gesagt, dass es ihnen nicht möglich ist mir ihre Geburtenstation zu zeigen, aber... ich hab's trotzdem probiert... 😉 

Ich konnte mich kurz mit der diensthabenden Krankenschwester unterhalten. Sie hat mir auch eine Minitour der Station gegeben. 

Dieses Krankenhaus hat eine bedeutend höhere Kaiserschnittrate als das Krankenhaus im Nachbarbezirk, das ich vor ein paar Wochen besuchen durfte. Es stellt auch leider keine Hebammen ein. Wenn die Frauen ins Krankenhaus kommen, werden sie von Krankenschwestern betreut. Entbunden wird das Baby von einem Doktor. 

hospital

Mein Aufenthalt hier in Amerika ist nun fast zu Ende. Ich konnte viele verschiedene Erfahrungen sammeln... 

Sehr gefreut hab ich mich darüber meine liebe Doulakollegin Jessica Zehr kennenzulernen. Sie ist beruflich wie auch privat eine ganz besondere Frau und ich wünsche ihr von Herzen alles Liebe&Gute auf ihrem Weg. 

Das Treffen mit der wunderbaren Hebamme Joyce Wilder war so nett und bereichernd. Sie hat es geschafft die Kaiserschnittrate im Krankenhaus, in dem sie praktiziert auf 18 % zu senken und plant ein Geburtszentrum zu eröffnen bevor sie in Pension geht. 

Ich konnte die Geburtenstation von 2 Krankenhäusern hier in der Gegend besuchen und hab einen Einblick bekommen wie unterschiedlich mit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett umgegangen wird. 

Ich war bei einer Kaiserschnittgeburt in einem weiteren Krankenhaus und bei einer Vorsorgeuntersuchung im Krankenhaus mit. 

Und die Amish Hebamme Emma kennenzulernen und - unverhofft - bei einer Vorsorgeuntersuchung ihrer Frauen dabeizusein war sehr interessant und eine große Freude. 

*dankbar*

Angelika 
Biologin&Doula

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